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Bau einer Folienteichanlage zur Haltung von Sumpf- und Wasserschildkröten
SIGS-Merkblatt Nr. 12
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Reich bepflanzte und stark strukturierte Teichanlage mit verschiedenen
Vegetationszonen.
Foto: Heidi und Urs Jost
Eine Anlage zur Haltung von Sumpf- und Wasserschildkröten im Freien ist kein biologisch
intaktes Ökosystem. Es ist ein künstlich geschaffener, naturnaher Landschaftsausschnitt
zur möglichst optimalen Haltung von in unseren Breitengraden nicht heimischen Wildtieren.
Die Tiere und die Pflanzen benötigen die entsprechende Pflege. In der Anlage sind
während des Jahres gewisse Unterhaltsarbeiten auszuführen: Zurückschneiden der Pflanzen
und Algen, Schlamm entfernen.
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Die möglichst naturgemässe Haltung ist mit einem gewissen baulichen und finanziellen
Aufwand verbunden. Das windgeschützte Gehege muss zwingend nach Süden ausgerichtet
sein. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob eine Baubewilligung eingeholt werden
muss. Das Gehege soll auch stärkere Regenmengen aushalten können.
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Planung und Lage
Planen Sie Ihre Anlage sorgfältig. Besichtigen Sie eine bestehende Anlage bei einem
erfahrenen Schildkrötenhalter. Die Grösse der Anlage richtet sich nach der Anzahl
der zu haltenden Schildkröten und dem dafür zur Verfügung stehenden Platz. Je grösser
der Teich ist, umso besser kann er in verschiedene Zonen gegliedert und artenreich
bepflanzt werden. Die Artenvielfalt der Pflanzen und der Kleinstlebewesen ist im
Zusammenhang mit der Wassermenge und der Lage des Teichs für die Wasserqualität
verantwortlich. Die Teichanlage muss den ganzen Tag besonnt sein. Die Morgensonne
ist sehr wichtig. Die fertige Wassertiefe soll mindestens 80 cm betragen, um ein
Durchfrieren zu verunmöglichen. Die Uferzone soll grosszügig und mit genügend Sonnenplätzen
gestaltet werden. Der Landteil dient den Weibchen zur Eiablage. Er muss in einiger
Distanz zum Teich und deutlich über dem Wasserspiegel liegen. Am geeignetsten ist
ein gegen Südwesten leicht geneigter Hügel.

Reich strukturierte Anlagen sind auch für uns eine Augenweide.
Foto: Heidi und Urs Jost
Abdichtungssysteme
Es gibt verschiedene Systeme. Bis zur einer Teichgrösse von 100 m2 haben sich armierte
PVC-Folien (z.B. Sarna R, Tecnofol R) und Kautschukfolien bestens bewährt. Wählen
Sie unbedingt ein erprobtes Produkt mit einer zehnjährigen Materialgarantie. Verschiedene
Billigprodukte aus Warenhäusern haben in letzter Zeit zu Problemen geführt. Der
Weichmacher der Folie hat sich verflüchtigt und unter den Tieren zu Ausfällen geführt!
Einfriedung
Die Teichanlage ist ausbruchsicher zu begrenzen. Die Höhe der Konstruktion sollte
mindestens 40 cm betragen. Der oberste Rand kann nach innen überstehen. Sumpf und
Wasserschildkröten können wahre Kletterkünstler sein. Vor allem in den Ecken kann
ihnen dabei Erfolg beschieden sein. Decken Sie die Ecken daher mit Dreieckbrettern,
stein- oder Betonplatten ab. Die Begrenzung soll eingegraben werden, damit die Tiere
nicht unten durch entweichen können. Als Abgrenzung können verschiedene Materialien
verwendet werden:
- Einbetonierte Betonplatten (glatte Oberfläche)
- Schalttafeln
- Winkelelemente aus Beton
- Imprägnierte Holzbalken oder -palisaden.

Ausgleichsschicht aus Sand.
Foto: Heidi und Urs Jost
Vorgehen
Vor Beginn der Aushubarbeiten ist abzuklären, ob sich eventuell Werkleitungen im
Bereich der Teichgrube befinden und ob zur Erstellung der Anlage eine Baubewilligung
notwendig ist. Der Aushub der Teichgrube erfolgt je nach Grösse maschinell oder
von Hand. Die Ausmasse sollen grundsätzlich 20 cm tiefer, breiter und länger als
die Endmasse ausfallen. Die Tiefenabstufungen sind terassenförmig anzulegen. Der
Teichrand ist mit einer Latte und einer Wasserwaage in der Höhe auszugleichen. Entfernen
Sie alle spitzen Gegenstände wie Steine, Wurzeln und dgl. aus der Teichgrube. Schliessen
Sie alle Unebenheiten und Löcher. In der Teichgrube wird nun eine etwa 5 cm starke
Ausgleichsschicht aus Sand aufgetragen. Beim Verlegen der Teichfolie ist vor allem
im Uferbereich darauf zu achten, dass wenig Falten entstehen, um ein kapilläres
Auslaufen des Teiches zu vorhindern. Die gesamte Böschung und das Ufer werden mit
sauberen, nicht scharfkantigen Steinen und Rundkies ausgelegt. Die Hohlräume werden
mit sauberem Kies und Sand gefüllt und eingewaschen. Diese nährstoffarme Konstruktion
verhindert ein zu schnelles Algenwachstum. Jetzt kann der Teich mit Wasser gefüllt
werden und im Uferbereich können Anpassungsarbeiten gemacht werden. Die überstehende
Teichfolie wird erst jetzt abgeschnitten. Die Uferpartien werden mit grossen Steinen,
Wurzeln usw. ausgestaltet. Viele Wasserschildkröten lieben Sonnenplätze auf aus
dem Wasser ragenden Baumstämmen und Steinen.

Die sorgfältige Ausführung erspart uns eine Menge Aerger und beschert
uns und unseren Pfleglingen langdauernde Freude.
Fotos: Heidi und Urs Jost

Bepflanzung
Wählen Sie robuste Pflanzen und bepflanzen Sie zurückhaltend.
Uferzone (feuchter Boden):
Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Wiesen-Iris, Pfennigkraut, Tollblume.
Sumpfzone (bis 20 cm):
Kalmus, Sumpf-Calla, Fieberklee, Sumpfschwertlilie, Wollgras, Binsen.
Wasserrand (bis 40 cm Wassertiefe):
Seerose, Teichrose.
Schwimmpflanzen:
Froschbiss, Krebsschere.

Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis), Bild oben, und
Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus), Bild unten, gehören zu den
wenigen ganzjährig draussen zu haltenden Arten.
Fotos: Heidi und Urs Jost

Wichtiges in Kürze
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Reinigung:
Vorsicht beim Aufwühlen der Schlammschicht und der Sedimente können giftige Gase
freigesetzt werden, die zum Tod der Tiere führen können.
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Geeignete Arten für Aussenhaltung:
ganzjährig, zum Beispiel:
- Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis)
- Moschusschildkröten (Sternotherus odoratus)
nur Sommer, zum Beispiel:
- Kaspische Bachschildkröten (Mauremys caspica, M. rivulata)
- Maurische Bachschildkröten (Mauremys leprosa)
- Rotwangenschmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans)

Die Annäherung an eine natürliche Haltung mit geeigneter Infrastruktur
belohnt uns mit gesunden, agilen Schildkröten.
Kaspische Bachschildkröten (Mauremys rivulata)
Foto: Heidi und Urs Jost
Jungtiere:
Schutz vor Frassfeinden: Marder, Krähen, Hunde, Katzen. Eventuell in Aufzuchtteichen
oder Aquarien im Freiland halten.
Achtung: Wassertemperatur im Sommer. Überhitzung!
Ort:
- Sonnigster Ort im Garten
- Morgensonne
Winterschlaf:
Ganzjährig im Teich:
Schildkröten vergraben sich in der Schlammschicht unter Wasser.
nur im Sommer im Teich:
Schildkröten werden im Oktober herausgefangen und kontrolliert in Wasserbecken bei
Temperaturen von etwa 5 °C dunkel überwintert.

Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) in ihrem natürlichen
Habitat.
Foto: Stefan Kundert

Der natürliche Lebensraum der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys
orbicularis) auf Sardinien.
Foto: Stefan Kundert
Verfasser: Urs Jost
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Copyright
2012, SIGS |
Webmaster: Stefan Kundert |
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Veranstaltungshinweise:
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Sektion Bern:
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08.02.2012
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Generalversammlung mit einem bebilderten Rückblick.
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Sektion Ostschweiz:
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17.02.2012
20:00
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Lebensraum und Lebensweise der Griechischen Landschildkröte.
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Wolfgang Wegehaupt, Autor und Schildkrötenexperte
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Restaurant 'Zum alten Bahnhof', Herisauerstr. 32, 9200 Gossau
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IG Schildkrötenfreunde Aargau:
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23.02.2012
20:00
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Ein Volontariat bei den Meeresschildkröten in Costa Rica
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Michèle Lüscher
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Restaurant Seeblick, 5706 Boniswil
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Schildkrötenfreunde Schaffhausen-Winterthur SFSW:
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24.02.2012
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16. Generalversammlung
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Section Estromandie:
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24.02.2012
20:00
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Assemblée générale, Sortie d’hibernation
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Ancienne école, route de la Gare 27, 1786 Sugiez
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Sektion Zürisee:
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24.02.2012
20:00
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Reisevortrag über Costa-Rica, Landschaften und Tiere.
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Bea und Ernst Stübi
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Restaurant Krone, Feldbachstrasse 2, 8634 Hombrechtikon
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Sektion Zentralschweiz:
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29.02.2012
20:00
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Frühlingserwachen der Europäischen Landschildkröten
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Roger Limacher
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Restaurant Waldibrüggli, Waldibrücke, 6032 Emmen
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Schildkrötenfreunde Mittellland:
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01.03.2012
19:30
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Von Kapstadt bis Windhoek.
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Viktor Mislin
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Hotel Krone, Bahnhofstr. 52, 4663 Aarburg
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Details zu den Veranstaltungen...
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