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Die Sternschildkröte
(Geochelone elegans, SCHOEPFF 1795)
SIGS-Merkblatt Nr. 16
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Ordnung: |
Halsberger (Cryptodira) |
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Familie: |
Landschildkröten (Testudinidae)
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Gattung: |
Geochelone
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Foto: Walter Könitzer
Die Sternschildkröte (Geochelone elegans) ist eine versteckt lebende Landschildkröte
aus Indien, Pakistan und Sri Lanka. Sie lebt in Gras- und Buschlandschaften, in
lichten Wäldern und Palmenhainen, aber auch in Sand- und Dünenlandschaften. Tagsüber
lebt sie wegen der hohen Temperaturen unter Sträuchern und Gräsern versteckt. Sie
ist am Morgen und Abend aktiv und behält diesen Rhythmus auch bei uns bei. Die deutsche
Bezeichnung "Sternschildkröte" hat sie wegen ihrer schönen sternförmigen Zeichnung.
Die gelbbraune Strahlenzeichnung auf dunkelbraunem bis schwarzem Grund macht sie
in den Graslandschaften beinahe unsichtbar.
Die Vermehrung in menschlicher Obhut gelingt mittlerweile vermehrt, doch Haltungs-
und Fütterungsprobleme führen vor allem bei den Jungtieren im ersten Lebensjahr
immer wieder zu Ausfällen.
Artenschutzstatus
Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.
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Die Sternschildkröte lebt am Tag zurückgezogen unter Sträuchern und Büschen. Ihre
Tagesaktivitäten sind am Morgen und am Abend zu beobachten. Ihre Haltung ist nicht
unproblematisch, da man häufig nicht weiss, woher die Tiere stammen und unter welchen
Bedingungen sie oder ihre Vorfahren gelebt haben.

Die Zeichnung der Sternschildkröte ist von besonderem Reiz.
Foto: Walter Könitzer
Haltung
Für die Monate September bis Mai braucht es ein beheizbares Gewächshaus, einen Wintergarten
oder ein grosszügiges Innenterrarium. In den Sommermonaten ab Temperaturen von 20
°C braucht es ein Aussengehege mit beheizbarem Schutzhaus. Die Vorzugstemperaturen
sollen 28 bis 30 °C und unter einem Wärmestrahler bis 40 °C erreichen. Diese hohen
Temperaturen müssen das ganze Jahr über erreicht werden. Eine Nachtabsenkung auf
20 bis 22 °C ist notwendig. Im Innengehege eignen sich Gartenerde, Sand und Steine
als Bodengrund. Zum Teil kann der Boden auch mit grobem Holzhäcksel, Laub und Stroh
abgedeckt werden. Diese Einstreu ist laufend zu wechseln, da sie bei der hohen Luftfeuchtigkeit
zu Schimmelbildung neigt.
Das Aussengehege muss windgeschützt und sehr warm sein. Eine natürliche Struktur
mit Erhöhungen, Sträuchern, Buschwerk und hohen Grasbüscheln bietet den Tieren die
nötigen Versteck- und Unterschlupfmöglichkeiten. Die Tiere sind vor allem am Morgen
und am Abend aktiv. Daher müssen die Schattenplätze warm angelegt werden, also nicht
unter Bäumen oder hinter Mauern. Die Gras- und Kräutervegetation wird von den Tieren
abgeweidet.
Fütterung
Die Sternschildkröte lebt vermehrt in Gras-, Strauch- und Buschlandschaften. Sie
kommt aber auch in Palm- und Kulturplantagen sowie in Sand- und Dünenlandschaften
vor. Die Vegetation und somit auch das Futterangebot bestehen hauptsächlich aus
rohfaserreichen Gräsern und Blättern. Im Sommer frisst die Sternschildkröte im Aussengehege
Gräser und Wiesenkräuter. Eine grosse Flachwasserschale sollte alle 2 bis 3 Tage
angeboten werden. Nach Gebrauch soll sie wieder aus dem Gehege entfernt werden,
da das Wasser stark verschmutzt wird. Im Winter werden Lattich-, Feld-, Endivien-,
Eisberg- oder Chicoréesalat angeboten. Auf die noch feuchten Blätter werden Heuhäcksel
gestreut. Stroh und Heuhäcksel können im warmen Terrarienteil zur Verfügung stehen.
Als Einstreu im Terrarium sind Hobelspäne, Räucherholz und feine Holzhäcksel ungeeignet,
da sie mit der Nahrung aufgenommen wird, aber nicht verdaut werden kann. Stroh und
Heuhäcksel müssen fleissig gewechselt werden wegen Schimmelbildung.

Foto: Walter Könitzer
Haben Sie gewusst:
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Als Einstreu im Terrarium sind Hobelspäne, Räucherholz und feine Holzhäcksel ungeeignet,
da es mit der Nahrung aufgenommen wird, aber nicht verdaut werden kann.
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Stroh und Heuhäcksel müssen fleissig wegen Schimmelbildung gewechselt werden.
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Auf der Pirsch ...
Foto: Walter Könitzer
Vermehrung
Paarungen können ganzjährig beobachtet werden. Die sexuellen Aktivitäten sind nach
einem warmen Regen oder nach der Umplatzierung ins Aussen- oder Innengehege am intensivsten.
Die Eiablage erfolgt 1 bis 2 Mal im Jahr. Das Gelege besteht aus 3 bis 7 ovalen
Eiern. Die Sternschildkröte bevorzugt Eiablagehügel von 30 bis 40 cm Höhe. Sie gräbt
sich darin etwa 10 cm tief ein. Erst von da aus gräbt sie die eigentliche Höhle
von 20 cm Tiefe. Diese Arbeiten und die Eiablage selbst erfolgen relativ schnell.
Für das sorgsame Zudecken werden Stunden aufgewendet.
Krankheiten
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Üppige Ernährung führt zu Verfettung, Leber- und Nierenschäden. Rohfaserreiche,
eiweissarme Fütterung (Gras, Heu) verhindert ernährungsbedingte Erkrankungen.
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Sternschildkröten sind wegen ihrer bevorzugten feuchtwarmen Haltung anfällig für
Parasiten (Oxyuren, Hexamiten und dgl.).
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Zu trockene und zu kühle Haltung äussert sich oft mit "nasser" Nase.
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Schlüpfling von Geochelone elegans.
Foto: Walter Könitzer
Aufzucht
Die Brutdauer bei Sternschildkröten variiert je nach Inkubationstemperatur, Feuchtigkeit
und Nachtabsenkung zwischen 100 und 150 Tagen. Bei Tagestemperaturen von 30 bis
32 °C und einer Nachtabsenkung auf 26 oder 27 °C schlüpfen die Jungtiere nach 110
bis 120 Tagen. Die Eier sollten im Substrat eingegraben und dunkel bebrütet werden,
damit ein zu früher Schlupf vermieden werden kann (grosser Dottersack, Nabelprobleme).
Die Haltung und die Ernährung der Jungtiere erfolgen unter den gleichen Bedingungen
wie bei den Erwachsenen. Einzig der Bodengrund sollte bei den Jungtieren mindestens
teilweise feuchter gehalten werden als bei den ausgewachsenen Tieren.

Semiadulte Sternschildkröte (Geochelone elegans).
Foto: Walter Könitzer
Wichtiges in Kürze
Vorkommen:
Indien, Pakistan, Sri Lanka

Quelle: ETI-Expert Center for Taxonomic Identification, Amsterdam,
CD-ROM "Turtles of the World",
Grösse:
Gewicht: 1.2 bis 3.0 kg
Weibchen werden wesentlich grösser als Männchen (zum Teil 3 mal so gross)
Besondere Merkmale:
Haut: gelb, mit grossen Schuppen an den Vorderbeinen, grossen Krallen an den Hinterbeinen
Panzer: hochgewölbt, länglich, mit Neigung zur Höckerbildung (auch in der Natur),
schwarz bis dunkelbraun mit heller, sternförmiger Strahlenzeichnung.
Ernährung:
Pflanzlich, viel Heu, Gras, Kräuter, frisches Wasser täglich anbieten
Haltungstemperaturen:
Tagestemperaturen 30 - 32 °C, unter HQI-TS-Strahler bis 40° C, nachts 18 - 20 °C.
Feuchtigkeit:
hoch!

Sogar der Bauchpanzer ist mit einer fantastischen Zeichnung versehen.
Auf dem Bild die Bauchansicht einer weiblichen Sternschildkröte.
Foto: Walter Könitzer
Verfasser: Walter Könitzer
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