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Die Köhlerschildkröte

(Geochelone carbonaria, SPIX 1824)

SIGS-Merkblatt Nr. 17

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Ordnung: Halsberger (Cryptodira)
Familie:

Landschildkröten (Testudinidae)

Gattung: Geochelone


Weibliche Köhlerschildkröte.
Foto: Stefan Kundert

Die Köhlerschildkröte, eine südamerikanische Landschildkröte hebt sich durch ihre bräunliche bis tiefschwarze Färbung des Rückenpanzers und ihre hochbeinige Gangart von den meisten anderen Landschildkrötenarten stark ab. Nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Lebensweise ist speziell. Sie lebt in Waldgebieten (vorallem in Waldlichtungen oder an Waldrädern), in Galeriewäldern entlang von Flussläufen oder in feuchten Grassavannen. Ihr riesiges Verbreitungsgebiet erstreckt sich über zwei typische Klimaregionen, den wechselfeuchten und den immerfeuchten Tropen. Sie ernährt sich hauptsächlich pflanzlich, ihr üppiger Lebensraum bietet ihr aber auch Gelegenheit, fleischliche Nahrung in Form von Aas sowie ab und zu Früchte zu sich zu nehmen. Ihr Verdauungstrakt ist auf ein vielseitiges Nahrungsspektrum ausgelegt. 

Artenschutzstatus

Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Die Köhlerschildkröte kommt in zwei verschiedenen Verbreitungsgebieten vor: Einerseits in Gebieten mit zwei Jahreszeiten, Trockenzeit und Regenzeit, andererseits in ganzjährig feuchten Klimata. Sie ist in ihrem natürlichen Lebensraum aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums, dem Verzehr durch Einheimische, sowie der Verschleppung duch den Menschen vom Aussterben stark bedroht. 


Kopfportrait der Köhlerschildkröte
Foto: Viktor Mislin

Haltung

Ein geräumiges, gut isoliertes Gewächshaus ermöglicht eine optimale Haltung. Ein angrenzendes Freilandgehege eignet sich für die Haltung in den Sommermonaten.  Technische Einrichtungen, wie Heizung, Belichtung und Beregnungsanlage gewährleisten auch im Winter ein tropisches Klima: Tagsüber mehr als 26°C, nachts über 20°C. Die durchschnittliche Feuchtigkeit soll mindestens 80% betragen. Temperaturen von 20° C werden in ihrem Verbreitungsgebiet nie unterschritten.  Die Temperaturen sollen tagsüber lokal unter HQI- oder vergleichbaren Wärmelampen über 35° C erreichen. Diese Stellen dienen auch als Ablageplätze. Ein täglicher Regenguss leitet oft Paarungen ein und die sich am Boden bildenden Wasserlachen dienen der Wasseraufnahme.  Für Tiere aus wechselfeuchten Klimata können durch Aussetzen der Regengüsse Trockenperioden simuliert werden. Als Bodensubstrat eignen sich feuchter Torf, Rindenmulch oder Rindenhäcksel.  

Das Aussengehege muss neben besonnten Stellen auch genügend Schatten- und Versteckplätze aufweisen. Der Bewegungsdrang der Tiere ist ausserordentlich gross. Innen- wie Aussengehege müssen grosszügig angelegt werden.


Weiteres Kopfportrait einer Köhlerschildkröte aus einer anderen Region.
Foto: Stefan Kundert

Ernährung

Köhlerschildkröten ernähren sich vorwiegend pflanzlich. Wiesenkräuter und Spitzgräser werden gerne abgeweidet. In der Natur werden auch Blüten, Blätter und Pilze aufgenommen. Häufiger Fruchtgenuss kann sich langfristig negativ auf Gesundheit und Fruchtbarkeit auswirken. Schnecken, Würmer oder Fisch ergänzen die Nahrungspalette. Rohfaserreiche und eiweissarme Ernährung verhindert ernährungsbedingte Erkrankungen. Köhlerschildkröten brauchen viel Wasser und Feuchtigkeit.

Haben Sie gewusst ?

  • Die hohen, stelzenartigen Beine ermöglichen die Fortbewegung in unwegsamem Waldgelände.
  • Der dunkle Panzer absorbiert Licht besser als eine helle Grundfarbe, was eine optimale Ausnützung der spärlichen Sonneneinstrahlung im stark überwachsenen Lebensraum ermöglicht.
  • Köhlerschildkröten scheiden keine Harnsäure in Form von weisser sämiger Masse aus, wie man es zum Beispiel von Europäischen Landschildkröten kennt. Dies ist ein Hinweis auf ihr feuchtes, wasserreiches Biotop. 

Unterscheidung 

Köhlerschildkröte
(Geochelone carbonaria)

Waldschildkröte
(Geochelone denticulata)

  • hellere Rückenfärbung
  • gelbe, orange oder rote Flecken
  • keine speziellen Schuppen auf der Nase
  • Grösse bis 50 cm
  • Weibchen meistens kleiner als Männchen
  • Jungtiere haben einen glatten Panzerrand
  • Rückenpanzer heller, nie schwarz
  • nie rote Flecken an Kopf und Gliedmassen
  • 2 paarige, deutliche Schuppen auf dem Nasenrücken
  • Grösse bis 70 cm
  • Weibchen werden meistens grösser als Männchen
  • Randschilder der Jungtiere sind gezähnt

Ein grosszügiges Gewächshaus mit anliegendem Freilandgehege bietet eine optimale Basis für die Haltung von Köhlerschildkröten. Eine Beregnungsanlage simuliert feucht-tropisches Klima.

Foto: Stefan Kundert

Vermehrung

Männchen und Weibchen können ganzjährig zusammen gehalten werden. Warme Regengüsse stimulieren die Männchen. Bei der Kopulation stossen die Männchen gackernde Laute aus und schwenken den Kopf hin und her. Die Eiablagen erfolgen während 2 bis 4 Monaten in mehreren Gelegen. Der Eiablageplatz besteht aus einer bis zu 20 cm tiefen Grube, gefüllt mit einem Erde/-Sandgemisch. Das Gelege besteht aus 4 - 8 runden oder ovalen Eiern.

Krankheiten

  • Üppige Ernährung führt zu Verfettung, Höckerbildung oder Erweichung des Rückenpanzers. Rohfaserreiche, eiweissarme Fütterung (Gras, Heu) verhindert ernährungsbedingte Erkrankungen.

  • Jungtiere neigen bei zu trockener Haltung zu Höckerbildung und Erkrankungen der Atemwege.


Schlüpfling der Köhlerschildkröte. 
Foto: Viktor Mislin

Bebrütung und Aufzucht

Bei einer konstant gehaltenen Bruttemperatur von 31.5° C erfolgt der Schlupf nach 115 - 150 Tagen. Die Feuchtigkeit im Brutapparat muss 90% betragen, das Bodensubstrat selbst muss trocken sein. Die Haltung und Ernährung erfolgen unter den gleichen Bedingungen wie bei den ausgewachsenen Tieren. Aufgrund der Grössenunterschiede werden sie aber von den ausgewachsenen Tieren über mehrere Jahre hinweg getrennt gehalten.

Wichtiges in Kürze

Vorkommen:

Panama, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana, Brasilien, Bolivien, Paraguay, nördl. Argentinien


Quelle: ETI-Expert Center for Taxonomic Identification, Amsterdam,
CD-ROM "Turtles of the World",

Grösse: 

Länge: bis 40 - 50 cm

Besondere Merkmale:

Haut: schwarze Grundfärbung mit roten/orangen/gelben kleinen Flecken.
Panzer: hochgewölbt, bei Männchen tailliert.

Ernährung:

Vorwiegend pflanzlich. Frisches Wasser täglich anbieten.

Haltung:

Gewächshaus, kombiniert mit Freilandgehege. Tagestemperaturen mind. 26° C, unter HQI-TS-Strahler bis 35° C, nachts mind. 20° C. Luftfeuchtigkeit hoch.


Foto: Stefan Kundert

Verfasser: Stefan Kundert

Weiterführende Informationen zum Thema

Köhlerschildkröten auf der Website von Stefan Kundert 

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Copyright 2012, SIGS Webmaster: Stefan Kundert

Veranstaltungshinweise:

Sektion Bern:
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08.02.2012  
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Generalversammlung mit einem bebilderten Rückblick.  
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Sektion Ostschweiz:
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17.02.2012  20:00
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Lebensraum und Lebensweise der Griechischen Landschildkröte.  
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Wolfgang Wegehaupt, Autor und Schildkrötenexperte
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Restaurant 'Zum alten Bahnhof', Herisauerstr. 32, 9200 Gossau


IG Schildkrötenfreunde Aargau:
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23.02.2012  20:00
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Ein Volontariat bei den Meeresschildkröten in Costa Rica  
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Michèle Lüscher
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Restaurant Seeblick, 5706 Boniswil


Schildkrötenfreunde Schaffhausen-Winterthur SFSW:
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24.02.2012  
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16. Generalversammlung  
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Section Estromandie:
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24.02.2012  20:00
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Assemblée générale, Sortie d’hibernation  
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Ancienne école, route de la Gare 27, 1786 Sugiez


Sektion Zürisee:
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24.02.2012  20:00
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Reisevortrag über Costa-Rica, Landschaften und Tiere.  
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Bea und Ernst Stübi
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Restaurant Krone, Feldbachstrasse 2, 8634 Hombrechtikon


Sektion Zentralschweiz:
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29.02.2012  20:00
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Frühlingserwachen der Europäischen Landschildkröten  
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Roger Limacher
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Restaurant Waldibrüggli, Waldibrücke, 6032 Emmen


Schildkrötenfreunde Mittellland:
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01.03.2012  19:30
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Von Kapstadt bis Windhoek.  
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Viktor Mislin
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Hotel Krone, Bahnhofstr. 52, 4663 Aarburg

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