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Die Vierzehenschildkröte

(Testudo horsfieldi, GRAY 1844)

SIGS-Merkblatt Nr. 9

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Ordnung: Halsberger (Cryptodira)
Familie:

Landschildkröten (Testudinidae)

Gattung: Europäische Landschildkröten (Testudo)


Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldi).
Foto: J. F. Meyer

Die Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldi) ist eine unscheinbare, bis etwa 20 cm lange Landschildkröte. Ihre Panzerfarbe ist blassgelb bis leicht oliv, mit einer verwaschenen Zeichnung. Der Panzer ist in der Silhouette eher flach. In der Aufsicht ist er meist fast rund, was dieser Schildkröte im englischen Sprachraum den Namen "Pfannkuchenschildkröte" eingebracht hat. Die Vorderbeine sind auffallend kräftig und zeugen von der Vorliebe, sich in selbst gegrabenen Höhlen aufzuhalten. Wie ihr deutscher Name sagt, weist sie an allen Füssen, im Gegensatz zu den anderen Landschildkröten, nur je vier Zehen, respektive Krallen auf. Sie wurde als Ersatz für die Griechischen Landschildkröten, die unter Ausfuhrsperre genommen wurden, zu Hunderttausenden aus ihrer Heimat verschleppt.

Artenschutzstatus

Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Die Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldi) ist auch als Russische Steppenschildkröte bekannt, was ein Hinweis auf ihre Herkunft ist. In ihren Herkunftsgebieten gibt es starke Nachtabkühlungen und sehr heisse Tagestemperaturen. Vor beiden Extremen muss sie sich schützen können. Das erreicht sie mit ihrer Fähigkeit, lange Gänge zu graben, um so ihre eigene Klimakammer zu schaffen. Sie lebt bis 1500 m ü.M. und besiedelt trockene, felsige Wüstengebiete in wintertrockenen Wüstenklimata.


Kopfstudie einer Vierzehenschildkröte.
Foto: J. F. Meyer

Haltung

Vierzehenschildkröten sind in der Natur nur vom März bis Juni aktiv. Den heissen, trockenen Sommer verbringen sie im Schutze kühler, feuchter Höhlen, die bis 2 Meter lang sein können. Diese Sommerruhe kann zum Teil übergangslos in den Winterschlaf münden. So bleibt für die Paarung, Eiablage und Ernährung also nur eine kurze Zeit. Diese "Friss-solange-du-kannst"-Mentalität führt daher in der Gefangenschaft oft zu überfetteten Tieren. 

Sie sind von allen zu überwinternden Schildkröten am zeitigsten wach. In ihrem Gehege soll ihnen die Möglichkeit geboten werden, sich einzugraben und unter Büschen Schatten finden zu können. Gleichzeitig muss ihnen aber auch die Möglichkeit zum Sonnenbaden geboten werden.

Die Gepflogenheit des Grabens muss beim Einzäunen berücksichtigt werden, um unliebsame Ausreissversuche zu vermeiden.

  • Vierzehenschildkröten sind auf extreme Temperaturwechsel eingestellt, was in der Gehegegestaltung berücksichtigt werden muss.
  • Sie sind Pflanzenfresser und sollen karges Futter erhalten.
  • Die Tiere halten eine Sommerruhe. In ihren Höhlen überbrücken sie die heissen und trockenen Zeiten.
  • Die Schlüpflinge verlassen die Eigrube zum Teil erst im folgenden Frühjahr.

Fütterung

Vierzehenschildkröten sind Pflanzenfresser. Sie äsen auf Magerwiesen und suchen sich Kräuter. In den heissen Sommermonaten ist die Vegetation sehr karg. Diesem saisonalen Ablauf soll Rechnung getragen werden, wenn wir ein andauerndes Überfüttern unserer Pfleglinge vermeiden wollen.

  • Gras und Kräuter
  • Disteln, Heu

Jungtiere:

Sie sind grundsätzlich gleich wie die erwachsenen Tiere zu füttern. Achten Sie auf ein langsames Wachstum. Am besten gedeihen sie, wenn wir sie nicht auf begrüntem Boden halten, sondern auf eher steinigem, kargem, aber feuchtem Terrain. Somit werden sie zur Futtersuche gezwungen.

Teigwaren, Haferflocken, Obst oder Milchbrocken gehören nicht auf den Speiseplan.

Heu ist eine ideale Ergänzung. Eine möglichst natürliche Fütterung macht zusätzliche Vitamingaben überflüssig. Frisches Wasser gehört jederzeit ins Angebot.

In der Gefangenschaft neigen Vierzehenschildkröten zu Überfettung, da ihnen häufig aus Unwissenheit die Sommerruhe vorenthalten wird.


"Vierzehen"-Schildkröte.
Foto: J. F. Meyer

Winterschlaf

Die Vierzehenschildkröten halten einen Winterschlaf. Beobachten Sie Ihre Tiere im Herbst noch eingehender als sonst, denn kranke Tiere dürfen keinen Winterschlaf halten.

Sinkende Temperaturen und weniger Licht leiten den hormonell gesteuerten Winterschlaf ein. Bei den Vierzehenschildkröten konnte ein Stoff nachgewiesen werden, der wie ein Frostschutzmittel wirken soll, um sie vor Erfrierungen zu schützen.

Überwinterung:

  • Freiland (Vorsicht: Temperaturschwankungen!)
  • Kühler, dunkler Innenraum
  • Kühlschrank

Achten Sie auf eine genügend hohe Substratfeuchtigkeit!

Jungtiere:

Sie halten ab ihrem ersten Lebensjahr einen Winterschlaf.

Temperatur:

 + 4° bis + 6°C

Dauer:

 3 - 5 Monate

Krankheiten

  • Eine zu üppige Ernährung führt zu Verfettung der Tiere. Dies führt nicht selten beim Erwachen aus dem Winterschlaf zu einer entgleisten Fettverbrennung (Ketose), was den Tod zur Folge hat.
  • Überwinterung in zu feuchter Erde kann zu massiven Hautinfekten führen.
  • Ansonsten ist die Vierzehenschildkröte bei einigermassen korrekter Haltung als robust zu bezeichnen.

Zucht und Aufzucht

Paarung:

Die Paarung erfolgt unmittelbar nach dem zeitigen Erwachen aus dem Winterschlaf im März. Die Beschalung der Eier erfolgt ebenso früh. Misserfolge bei der Nachzucht sind oft darauf zurückzuführen, dass diese Koordination fehlt.

Eiablage:

Errichten Sie im Freilandgehege im sonnigsten, wärmsten Teil in Form von Hügeln die Eiablageplätze. Die Ablage der 2 bis 6 Eier erfolgt im Mai oder Juni. Die Eier werden daher in Brutapparaten ausgebrütet. Bedenken Sie, dass die Eier, wie alle Reptilieneier, in ihrer Lage möglichst unverändert bleiben sollen.

Schlupf:

Nach 60 bis 90 Tagen befreien sich die Schlüpflinge aus ihrer runden Wiege. Mit der Eischwiele am Oberkiefer schaben sie die Eischale auf und drücken sie mit ihrem im Bauchpanzer noch quergefalteten Körper auseinander. Dieser Vorgang kann bis zu 2 Tage dauern. Der Eidotter sollte beim Schlupf ganz in die Bauchhöhle eingezogen sein. Er versorgt das Jungtier während der nächsten Monate mit Nährstoffen.

Schlüpflinge:

Sie sollten langsam wachsen und zeigen erstaunlicherweise kaum Höckerbildung, wie man dies von anderen Landschildkröten kennt. Ab etwas 10 Jahren sind sie geschlechtsreif, mit 20 bis 30 Jahren ausgewachsen.


Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldi).
Foto: J. F. Meyer

Wichtiges in Kürze

Vorkommen

Kaspisches Meer, Kasachstan, China, Iran, Afghanistan, Pakistan


Quelle: ETI-Expert Center for Taxonomic Identification, Amsterdam,
CD-ROM "Turtles of the World",

Grösse: 

Gewicht: bis 1.0 kg.
Länge: bis 22 cm.

Besondere Merkmale:

Haut: Gelb-beige
Schwanz: ohne Hornnagel
Panzer: eher flache, runde, glatte Form

Bebrütung:

Temperatur: 30,5°C.
Feuchtigkeit: 65 - 90 %.
Dauer: 60 - 90 Tage.

Ernährung:

Futter: pflanzlich, mit Heu
Wasser: immer anbieten.

Winterschlaf:

auch Jungtiere!
Temperatur: 4° - 6° C.
Dauer: 3 - 5 Monate

Verfasser: Ursula Eggenschwiler

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Copyright 2012, SIGS Webmaster: Stefan Kundert

Veranstaltungshinweise:

Sektion Bern:
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08.02.2012  
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Generalversammlung mit einem bebilderten Rückblick.  
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Sektion Ostschweiz:
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17.02.2012  20:00
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Lebensraum und Lebensweise der Griechischen Landschildkröte.  
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Wolfgang Wegehaupt, Autor und Schildkrötenexperte
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Restaurant 'Zum alten Bahnhof', Herisauerstr. 32, 9200 Gossau


IG Schildkrötenfreunde Aargau:
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23.02.2012  20:00
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Ein Volontariat bei den Meeresschildkröten in Costa Rica  
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Michèle Lüscher
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Restaurant Seeblick, 5706 Boniswil


Schildkrötenfreunde Schaffhausen-Winterthur SFSW:
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24.02.2012  
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16. Generalversammlung  
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Section Estromandie:
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24.02.2012  20:00
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Assemblée générale, Sortie d’hibernation  
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Ancienne école, route de la Gare 27, 1786 Sugiez


Sektion Zürisee:
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24.02.2012  20:00
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Reisevortrag über Costa-Rica, Landschaften und Tiere.  
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Bea und Ernst Stübi
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Restaurant Krone, Feldbachstrasse 2, 8634 Hombrechtikon


Sektion Zentralschweiz:
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29.02.2012  20:00
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Frühlingserwachen der Europäischen Landschildkröten  
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Roger Limacher
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Restaurant Waldibrüggli, Waldibrücke, 6032 Emmen


Schildkrötenfreunde Mittellland:
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01.03.2012  19:30
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Von Kapstadt bis Windhoek.  
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Viktor Mislin
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Hotel Krone, Bahnhofstr. 52, 4663 Aarburg

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