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Projekt O-Aetos

Schildkrötenschutz in Griechenland

Text und Fotos von Stefan Kundert


Das Flussdelta im Süden von Thessaloniki.

Eine Flussmündung, südlich von Thessaloniki, einst ein 20 km2 grosses Schwemmland in Griechenland wurde in den vergangenen zwei Jahrhunderten trockengelegt, das Wasser kanalisiert. Wo einst Sümpfe und Seen lagen, prägen Monokulturen die Landschaft. Der Hauptarm des Flusses ist von einem schmalen Auwald begrenzt und fliesst etwa nach 12 km ins Meer. Kleinere Seitenarme des Flusses bilden das heutige Naturschutzgebiet. 


Eine Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) geniesst die letzten
Sonnenstrahlen des Tages auf einem im Wasser liegenden Baumstamm im
Mündungsgebiet des Flussdeltas.

Wegen der grossen Artenvielfalt wurden 72 ha unter Schutz gestellt. Das Flussdelta ist Rückzugsgebiet für bedrohte Vogelarten und Wintergäste, aber auch der Lebensraum vieler Reptilien und Amphibien. Einzigartig in Europa ist das grosse Vorkommen der Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri). Nach vorsichtigen Schätzungen leben dort etwa 1'500 Tiere. Ebenfalls ist die Anzahl der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) und Kaspischen Wasserschildkröte (Mauremys caspica) enorm.


Ein Weibchen der Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri) beim
Aufwärmen in der Morgensonne.

Strassenbau, Waldrodung, Schaf-und Ziegenherden sowie die Jagd setzen den Schildkröten in diesem einzigartigen Lebensraum zu. Dies bewog Bernd Pitzer, ein in Griechenland lebender Deutscher, seit einigen Jahren in seiner Freizeit die Schildkröten vom Strassentod zu retten, verunfallte Tiere gesund zu pflegen und vom Strassenbau bedrohte Populationen zu retten. 


Bernd Pitzer bei der Pflege einer verunfallten Schildkröte.

Damit das Naturschutzgebiet seinem Namen gerecht wird, setzt Bernd alle politischen Hebel in Bewegung, um den örtlichen Behörden die bevorstehende Zerstörung des Gebietes vor Augen zu führen. Um etwas Geld für seine Pflegestation zu erhalten, organisiert der umtriebige Unternehmer Exkursionen für Naturbegeisterte ins Schutzgebiet.


Hier entsteht ein durch die SIGS mitfinanziertes, überdachtes Gehege für kranke
und verunfallte Schildkröten.

Die gemeinnützige Arbeit von Bernd Pitzer und seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Schildkröten wird von der SIGS mit einem finanziellen Beitrag von CHF 3'000.- im Jahr 2003 unterstützt. Die Mittel werden zum Aufbau eines überdachten Geheges für die kranken und verunfallten Schildkröten verwendet.


Eine Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri) bei der Nahrungs-
aufnahme von Wildkräutern. Ungewöhnlich üppig sind hier die Nahrungsquellen der
Schildkröten aufgrund der feuchten Böden im Flussdelta.

Der Dankesbrief von Bernd Pitzer:

Hallo

Heute am 28. August 2003 ist das neue, rattensichere Gehege für die Marginata-Nachzuchten fertiggestellt worden!

Die Finanzierung der Anlage erfolgte mit 1'935,- EUR der SIGS  und mit 1.000,- EUR  von Christel Weiche / Haus und Wildtierhilfe  Deutschland. Mit der SIGS wurden die Materialrechnungen in der Höhe von 1.935,- abgerechnet.

Für die Verschalungs- und Betonarbeiten der 17m langen Stützmauer, waren für fünf Tage zwei bezahlte Fremdarbeiter notwendig.  Alle weiteren Arbeiten wurden von freiwilligen Helfern und von mir ausgeführt. Für die Erstellung der Stützmauer fehlte mir die Erfahrung!

Erfreulich ist, dass mit diesen beiden Spenden nicht nur ein Gehege erstellt werden konnte, sondern auch sämtliche Betonarbeiten und ein Teil des Gitters für die folgenden drei.

Hiermit möchte ich mich - im Namen der Schildkröten nochmals ganz herzlich bedanken !

Liebe Grüsse aus Griechenland von
Bernd

Weitere Informationen auf Wilf Diethelm's Website.


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