Zum Gedenken an Hans Bühler (1941 - 2018)

Hans Bühler, langjähriges Mitglied der SIGS Sektion Zürisee verstarb vor wenigen Tagen nach kurzer, schwerer Krankheit. Hans war gemeinsam mit seiner Frau, Vreni Blumer, oft an unseren Veranstaltungen zugegen und nahm, wenn auch immer möglich an unseren Vereinsreisen teil. Im Gespräch mit Hans erfuhr man weniger über Schildkröten, aber dafür umso mehr über sein reichhaltiges und aussergewöhnliches Leben.

Hans lernte Telegrafist bei der Post (damals PTT) und fuhr danach vier Jahre als Funker auf Handelsschiffen und Hochseejachten zur See. Während zweier Jahre war er für das internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Nigeria und Jemen tätig. Danach studierte er in England Schiffselektronik und in Deutschland Schifffahrtskaufmann. Hans Bühler arbeitete fünf Jahre für die Hochseefischerei in Kuwait und Senegal und leitete später Fischereibasen in Papua Neu Guinea und Malaysia. Später arbeitete Hans weltweit während 12 Jahren als Verkäufer für den schweizerischen Hersteller von Chiffrier- und Funkgeräten CRYPTO AG, danach bei der Schweizerischen Zentrale für Handelsförderung und bis zur Pensionierung beim französischen Computerkonzern BULL.

Hans Bühlers grosse Leidenschaft galt immer dem Amateurfunk. Als Mitglied des Amateur Radioklub Zürich, HB9Z, war er für seine packende Vortragsart weit herum bekannt. Schon in jungen Jahren fasziniere Hans Bühler durch seine faszinierenden Berichte von seinen Weltreisen als Schiffsfunker. Als Vereinsmitglied konnte er viele Jugendliche für den Amateurfunk begeistern und leistete damit einen grossen Beitrag, diese wunderbare Technologie in die Zukunft zu retten.

Vor wenigen Jahren verlor Hans seine langjährige Lebenspartnerin und Ehefrau Vreni Blumer. Dieser Verlust hat ihm bis zu seinem eigenen Tod schwer zu schaffen gemacht. Ich wünsche Hans Bühler von ganzem Herzen, dass er mit seiner geliebten Vreni nun wieder vereint sein kann.

Stefan Kundert, August 2018

Zum Gedenken an Silvia Eggenberger (1944 -2018)

Ich hatte nicht nur fünf Geschwister, sondern wuchs auch gemeinsam mit vielen Tieren auf. Hund, Katze, Meerschweinchen, Kaninchen, Goldfische, ja sogar eine zahme Elster gehörten zur Familie. Da brauchte man nicht nur einen Hausarzt, sondern auch einen Haustierarzt. Und dies war bei uns Frau Dr. med. vet. Silvia Eggenberger in Rüti. Ich kann mich noch sehr gut an das enge Wartezimmer mit den vielen vierbeinigen Patienten erinnern. Es schien mir immer eine Ewigkeit zu dauern, bis endlich unser Name aufgerufen wurde und wir in das Sprechzimmer von Silvia Eggenberger gelangten. Für mich schien das Problem unseres Patienten immer riesengross. Doch Silvia Eggenberger hatte das Problem durch ihre Kompetenz und Erfahrung meist schnell erkannt und auch die richtigen Medikamente gefunden.

Mit zwölf Jahren entdeckte ich die Haltung von Schildkröten. Von da an war ich ein häufiger Gast bei Silvia Eggenberger. Nicht weil es meinen Schildkröten jeweils so schlecht ging, sondern weil ich immer wieder spürte, wie Silvia gegenüber meinen Schildkröten grosses Interesse zeigte. Ein Grund für einen Tierarztbesuch war immer schnell gefunden: Krallen schneiden, vermeintliche Verstopfung Kotuntersuchung etc.

Als junger Mann lernte ich Silvia Eggenberger als Mitglied der SIGS Sektion Zürisee von einer ganz anderen Seite kennen. Sie war sehr oft an unseren Veranstaltungen zugegen und eine interessierte Zuhörerin. Sie liess es sich nicht nehmen, jeweils nach den Vorträgen mit den Referenten interessante Diskussionen zu führen. Sie engagierte sich stets auch für unser Vereinsleben. Der Höhepunkt war sicherlich, als wir bei ihr privat im Garten das Sommer-Grillfest durchführen durften. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und langjähriger Knie-Tierarzt, Ueli Eggenberger, berichtete sie in einem Referat über ihre Erlebnisse als Tierärzte in Knies Kinderzoo.

Später durfte ich Silvia als langjährige Vorstandskollegin und Aktuarin der SIGS-Dachorganisation (2002 bis 2010) erleben. Ich erinnere mich noch sehr gut, an die vielen Fahrten zu den Vorstandssitzungen nach Hunzenschwil, gemeinsam mit Alex Christen. Wir hatten immer Gesprächsstoff, wir diskutierten über Schildkröten, über Politik und über unsere Berufe. Es war immer sehr spannend und lehrreich zugleich.

Auf Vereinsreisen war Silvia häufig dabei, oft auch in Begleitung von Ueli, beispielsweise im Zoo Münster (2007) oder im Zoo Leipzig (2014). Auf einer Vereinsreise nach Griechenland im Jahr 2013 begleitete uns Silvia ebenfalls. Ich erinnere mich gut, wie wir nach anstrengenden Wandertagen im Lebensraum der mediterranen Landschildkröten jeweils den Abend verbrachten. Nach ausgiebigen Nachtessen, war Silvia niemals müde und stets dabei, wenn es darum ging, einen letzten Schlummertrunk einzunehmen. Es machte einfach immer Freude, mit Silvia zusammen zu sein.

Vor wenigen Tagen musste Silvia Eggenberger nach schwerer Krankheit ihren lieben Mann, ihre grosse Familie, aber auch uns vom Schildkrötenverein für immer verlassen. Wir alle werden dich Silvia sehr vermissen, aber deine ruhige Art, deinen trockenen Humor, die interessanten Gespräche und die vielen gemeinsamen Erlebnisse stets in schöner Erinnerung behalten.

Stefan Kundert, August 2018

Bildimpressionen unserer Schlangenexkursion zum Lopper